Was ist Malvertising?
Malvertising (Malicious Advertising) bezeichnet den Einsatz von Online-Werbeanzeigen zur Verbreitung von Schadsoftware. Angreifer schalten legitim aussehende Werbung auf seriösen Websites – der bloße Aufruf der Seite kann reichen, um Schadcode auszuführen. Daneben werden gefälschte Software-Installer und manipulierte Download-Quellen genutzt, um Mitarbeiter zur unbewussten Installation von Malware zu verleiten.

Angriffsformen im Überblick

Drive-by-Downloads über Werbeanzeigen

Schadhafte Werbebanner werden in Werbenetzwerke eingespeist und erscheinen auf renommierten Nachrichtenseiten oder Fachportalen. Beim Laden der Werbung wird automatisch Schadcode ausgeführt – ohne dass der Nutzer auf die Anzeige klickt.

Gefälschte Software-Installer

Angreifer erstellen täuschend echte Kopien bekannter Software-Websites oder positionieren sich über Suchmaschinenwerbung ganz oben bei Suchanfragen wie „VLC download" oder „7-Zip kostenlos". Die heruntergeladene Datei enthält neben der echten Software versteckten Schadcode.

Typosquatting und gefälschte Domänen

Domains mit kleinen Tippfehlern (z.B. microsofft.com) oder täuschend ähnliche Namen werden genutzt, um offizielle Software-Quellen zu imitieren. Mitarbeiter, die URLs manuell eintippen, landen schnell auf Fake-Seiten.

Verseuchte Browser-Erweiterungen

Nützlich aussehende Browser-Plugins mit versteckten Schadcode-Funktionen – oft in inoffiziellen Add-on-Stores oder als direkte Download-Links verbreitet.

Erkennungsmerkmale

Unerwartete Download-Aufforderungen

Legitime Websites fordern normalerweise nicht unerwartet zum Download von Programmen auf. Solche Pop-ups kritisch hinterfragen.

Suchergebnis-Werbung beachten

Gesponserte Ergebnisse ganz oben bei Software-Suchen können auf Fake-Seiten führen. Immer offizielle Hersteller-Websites direkt aufrufen.

Dateigröße und Dateiname prüfen

Eine Installation, die viel größer als erwartet ist oder einen seltsamen Namen trägt, verdient genauere Prüfung.

Sicherheitswarnungen des Browsers

Browser und Betriebssysteme warnen häufig vor unsignierten Installern. Diese Warnungen ernst nehmen und hinterfragen.

Schutzmaßnahmen

Technisch

  • Werbeblocker auf Unternehmensgeräten einsetzen (uBlock Origin) – blockiert die häufigste Malvertising-Angriffsfläche
  • DNS-Filter nutzen (z.B. Cloudflare Gateway, NextDNS) – blockiert bekannte Malware-Domains bevor sie geladen werden
  • Software-Whitelist: Nur explizit erlaubte Programme dürfen installiert werden
  • Standard-Nutzerkonten ohne lokale Administratorrechte – verhindert Installation ohne Genehmigung
  • Endpoint-Security mit Download-Prüfung aktivieren
  • Browser und Plugins immer aktuell halten

Organisatorisch

  • Klare Richtlinie: Software darf nur aus genehmigten Quellen installiert werden
  • Zentrale Software-Verteilung einführen – Mitarbeiter installieren nicht selbst
  • Mitarbeiter sensibilisieren: Downloads immer von der offiziellen Hersteller-Website, nicht über Suchmaschinen-Anzeigen
  • Downloads vor Ausführung auf VirusTotal prüfen (besonders bei neuer oder seltener Software)

Checkliste: Malvertising-Schutz

Weiterführende Ressourcen
VirusTotal (Datei-Analyse): virustotal.com
uBlock Origin (Open-Source-Adblocker): ublockorigin.com
Malwarebytes (Anti-Malware): malwarebytes.com